Nuraphone – Kopfhörer verspricht individuellen Klang mittels objektivem Hörtest

Jetzt also doch! Erstmals gehe ich in diesem Blog auf audiologische Inhalte ein. Witzigerweise ist aber kein Hörgerät der Grund. Vielmehr bringt ein vielversprechender Bluetooth Kopfhörer des australischen Herstellers Nura sehr interessante Ansätze mit.

Nuraphone ist der weltweit erste Bluetooth Ohrhörer, der otoakustische Emissionen als Grundlage der Klangwiedergabe nutzt. Zusätzlich hat der Kopfhörer ein aktives Noise Cancelling mit an Bord. Aber der Reihe nach.

 

Otoakustische Emissionen – OAEs

Otoakustische Emissionen sind Töne, die durch das Ohr selbst ausgesendet werden. Sie entstehen im Innenohr. Über die Gehörknöchelchenkette gelangen sie ans Trommelfell. Von dort geht es weiter in den Gehörgang. Der Schall legt also den genau “umgekehrten” Weg zurück.

Fachleute unterscheiden zwischen spontanen (vom Ohr selbst ausgelösten) und evozierten (durch akustische Stimulation ausgelösten) OAEs. Evozierte OAEs kommen beispielsweise in objektiven Hörtests in der Neugeborenen-Audiometrie zum Einsatz.

 

Evozierte OAEs als Grundlage der Wiedergabe

Der Kopfhörer Nuraphone ist bereits in seiner Bauform einzigartig. Er kombiniert Over Ear Technologie mit einer In Ear Komponente aus Silikon. Diese Kombination erzielt eine sehr gute Abdichtung des Gehörgangs.

 

Die Bauweise dient neben klanglichen Vorteilen zur Ermittlung der eOAEs.

Diese werden mit empfindlichen Mikrofonen im Gehörgang aufgenommen. Zur Feststellung werden möglichst optimale Voraussetzungen benötigt, um Verfälschungen zu vermeiden.414738_nuraphones_26

Anhand der App-unterstützten Messung schließt Nura auf die Hörleistung des Trägers und korrigiert die Frequenzen der Musik entsprechend.

Die individuelle Hörfähigkeit stellt die App anhand eines Kreises dar. Oben, mit den höchsten Frequenzen beginnend, werden die Töne im Uhrzeigersinn immer tiefer. Die Stärke des Ausschlags zeigt an, wie gut das Ohr bei der jeweiligen Frequenz reagiert.

 

Die Ermittlung der Hörleistung dauert lediglich eine Minute. Das individuelle Hörprofil speichert die App im Kopfhörer. Er ist somit auch ohne das für den Hörtest verwendete Smartphone nutzbar. Zudem lassen sich zwei weitere Profile für weitere Nutzer anlegen und per App umschalten.

 

 

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Der Kopfhörer

Nura hat sich die Bauweise des Kopfhörer patentierten lassen. Die schon beschriebene Kombination aus Over-Ear- und In-Ear-Kopfhörer bringt auch in der Übertragung Vorteile mit sich. So gibt der In-Ear-Bereich hohe und mittlere Frequenzen wieder. Bassklänge werden hingegen über den Over Ear Bereich wiedergegeben. Dieser ist zudem individuell anpassbar.

 

Durch die besondere Bauweise ist der Nuraphone zudem sehr gut abdichtend. Es kommen kaum äußere Nebengeräusche durch. Sollte dies doch mal der Fall sein, kommt zusätzlich ein aktives Noise Cancelling zum Einsatz.

In anderen Situationen ist es hingegen möglich, dass äußere Geräusche gewünscht sind. Beispielsweise im Straßenverkehr oder der Öffentlichkeit. Hier bringt der Ohrhörer den Social Mode mit: Außengeräusche werden bei Bedarf über Mikrofone hörbar gemacht.

Zur Steuerung kommen Touch-Buttons zum Einsatz. Einmaliges und zweimaliges Antippen dienen für verschiedene Funktionen.414738_nuraphones_15

Zudem schaltet sich der Nuraphone beim auf- und absetzen automatisch an und aus.

Die Akkulaufzeit ist mit mindestens 20 Stunden in einem mittleren Bereich für Over Ears. Eine Stimme gibt über den Ladestand des Akkus Auskunft.

Im Lieferumfang befinden sich des Weiteren eine Aufbewahrungsbox mit Magnetverschluss, Ohrstöpsel in drei verschiedenen Größen sowie unterschiedliche Ladekabel. Die Ohrhörer sind seit Anfang Januar mit einer UVP von 399 € in Deutschland erhältlich.

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Fazit

Alles in allem ist Nura mit dem Nuraphone ein interessanter Ohrhörer gelungen. Verschiedene Test des Kopfhörers belegen, dass sein Klang, preis entsprechend, als gut bewertet wird. Die Vorzüge kommen besonders zum Tragen, wenn der Nutzer über leichte Hördefizite verfügt.

Als nachteilig wird beschrieben, dass der individuelle Klang in den Höhen und Mitten nicht durch den Nutzer korrigierbar ist. Hier sind aber häufig am Abspielgerät entsprechende Korrekturen möglich.

Ich hoffe, dass auch ich bald die Möglichkeit bekomme, mir ein Bild vom Kopfhörer machen zu können. Schließlich ist gerade die Bewertung des Klangs ein sehr subjektives Kriterium.

Quelle und Bilder: presse.soular.de

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