Hallo… (Version 2018)

…mein Name ist Dirk und ich bin Hörakustiker!

So, beziehungsweise so ähnlich, eröffnete ich heute vor einem Jahr diesen BlogUm genau zu sein, benutze ich anstelle der aktuellen Berufsbezeichnung Hörakustiker noch die alte Bezeichnung HörGERÄTEakustiker.

Die Änderung der Berufsbezeichnung resultiert aus den Veränderungen des Berufsbildes der letzten Jahre. Das Zusammenwachsen von Hörgeräte-Technologien mit der Technik smarter Hör-Gadgets ist einer der Gründe.

Der Blog war für mich zunächst als Projekt gedacht. Ursprünglich wollte ich Erfahrungen mit Social Media sammeln. “Welche Kanäle kann man nutzen, um mediale Präsenz zu erreichen?”

“Mein” Thema Hör-Gadgets diente in erster Linie als Content-Lieferant.

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Mit jedem neuen Beitrag merkte Ich jedoch, dass die Klickzahlen und Reichweite viel weniger Bedeutung für mich hatten als Euer Feedback und die Interaktion. Neuheiten und Weiterentwicklungen auf dem Gebiet zogen mich in ihren Bann. Es macht mir Freude, diese Erkenntnisse mit Euch zu teilen.

Die Einführung der Datenschutz Grundverordnung im Mai dieses Jahres, führte dazu, dass ich für einige Zeit offline ging. Diesen Schritt tat ich schweren Herzens.

Nachdem ich privat noch mal eben einen Hausumbau und Umzug zu erledigen hatte, entschied ich mich im August, erneut mit hoer-gadgets.de an den Start zu gehen.

Ich bin nach wie vor froh, mich dazu entschieden zu haben.

Etwa 37 Blogbeiträge sind so in den letzten 12 Monaten entstanden. Die Themen waren vielseitig. Neben smarten Hörgeräten ging es um Apps, Kopfhörer und kleine Besonderheiten meines Alltags mit Hör-Gadgets. (hier und hier)

Und ja, es sind in diesen Monaten schon ein paar kleinere Trends erkennbar. Prognosen und Voraussichten sind zum Teil Realität geworden, beziehungsweise sind zum Greifen nah.

Für alle die, die erst später in diesen Blog eingestiegen sind oder keine Zeit finden, die älteren Artikel zu lesen (circa 25 Tsd. Wörter und 125 Min. Lesezeit!) möchte ich in diesem Beitrag das wesentliche des letzten Jahres zusammenfassen.

Alle anderen sind natürlich ebenfalls eingeladen mitzulesen.

 

Trends bei smarten Hörgeräten

Für mich als Hörakustiker stehen die Veränderungen im Bereich smarter Hörgeräte ganz oben auf der Agenda. Es ist mir ein Anliegen zu verbreiten, welche technischen Möglichkeiten Hörgeräte heute bereits mitbringen beziehungsweise kurz vor der Veröffentlichung stehen.

Bereits seit circa vier Jahren besteht die Möglichkeit, Bluetooth Hörgeräte mit iPhones zu verbinden. Fast jeder Hörgerätehersteller bietet hier native Kopplungsmöglichkeiten. Dadurch ist es möglich, Hörgeräte als Freisprecheinrichtung zu nutzen. Auch Kopfhörer Funktionen werden so realisiert. So ist es dem Hörgeräteträger möglich, seine Lieblingsmusik während der Bahnfahrt zu hören oder sich bequem durch die Stadt navigieren zu lassen.

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Nicht zuletzt kann er das iPhone als externes Mikrofon, beispielsweise in einem Vortrag einsetzen.

Im Laufe des Jahres veröffentlichte ich eine zweiteilige Übersicht aller aktuell verfügbaren iPhone Hörsysteme am Markt. (hier und hier). Seitdem gibt es bereits wieder neue Produkte, die diesen Weg konsequent weiter gehen.

 

Neuheiten smarter Hörgeräte 2018

Das dänische Unternehmen GN Resound stellte zur IFA mit dem LinX Quattro das erste Hörsystem weltweit vor, welches die native Kopplung mit dem Betriebssystem Android zulässt. Der Leistungsumfang wird dem der IOS Kopplung ähnlich sein. Eigentlich kein Wunder. War es schließlich auch Resound, die vor vier Jahren die IOS Kopplung für Hörgeräte vorantrieb.img_20180914_121009_2583991281610099788507.jpg

Google bringt vermutlich im Laufe des Jahres 2019 die erste Android Version, die native Hörgeräte Kopplung zulässt.

Wer nicht so lange warten möchte, kann zu Phonak greifen. Hat sich das Schweizer Unternehmen bisher im Sektor smarter Hörsysteme zurückgehalten, stellte die Sonova Tochter auf der EUHA 2018 ihre neuste Chip-Plattform Marvel vor.

Mit dieser wird es möglich, jedes Bluetooth fähige Gerät mit den Hörgeräten zu koppeln. Sei es nun ein Smartphone, ein klassisches Handy oder ein Navigationsgerät. Einzige Voraussetzung: Der Hersteller des Gerätes muss die originalen Bluetooth Quellcodes verarbeiten.

Möglich wird das Ganze durch einen zusätzlichen, integrierten Chip im Hörsystem. Dieser ist in der Lage, neben hauseigenen Funkstandards beispielsweise auch Bluetooth 4.2 und Bluetooth 2.1 zu verarbeiten.img_20181017_145848

Die Übertragung von Sprache des Hörgeräteträgers ist beim Telefonieren über das Hörgerätemikrofon möglich. Das Telefon kann in der Tasche bleiben. Andere Sprachübertragungen unterstützt das System hingegen nicht.

 

Hörgeräte-Trend: Künstliche Intelligenz

Ein weiterer Trend des Jahres sind Hörgeräte mit künstlicher Intelligenz. Diese Geräte sind in der Lage, Nutzer-Vorlieben zu verarbeiten und zu erlernen, um zukünftige Situationen optimaler für den Träger zu verarbeiten. Widex stellte hierzu bereits im Sommer ihre neue Evoke Plattform vor.

Ende August kam Starkey mit der Plattform Livio AI dazu. Die Starkey Geräte besitzen zudem Bewegungssensoren. Das ermöglicht erstmals Fitnesstracker- und Falldetektor- Funktionen in den Geräten. Livio AI werden zudem die ersten Hörgeräte mit smartphone-gestützter Übersetzungsfunktion.

Der nächste Hersteller mit künstlicher Intelligenz wird wohl Oticon. Ganz aktuell kündigt das Unternehmen an, in den nächsten Monaten eine App basierte KI namens Kaizn zu veröffentlichen.

 

Alternative Stromversorgung

Viele Jahre waren Batterien der Standard zur Stromversorgung für Hörgeräte. Alternativen gab es nur wenige.

Dies änderte sich vor circa zwei Jahren. Hier kamen die ersten Lithium-Ionen Akkugeräte auf den Markt. Parallel brachten andere Hersteller Akkus auf Silber-Zink-Basis für ihre Hörsysteme. (Die Unterschiede zwischen den Technologien erfahrt ihr in meinem Artikel zu diesem Thema).

Aktuell bieten alle Hörgerätehersteller in Deutschland aufladbare Hörgeräte.

Sonova und Sivantos waren die ersten Konzerne mit Lithium-Ionen Akkus am Markt. Beide Hersteller bieten inzwischen mehrere Produkte in zweiter Generation. Neu dabei ist seit diesem Jahr die Firma Resound. Das LinX Quattro gilt dabei als Hörgerät mit der größten Akku-Kapazität.

Alle andere Konzerne haben Z-Power (Silber-Zink) Lösungen. Vermutlich werden im nächsten Jahr weitere Lithium-Ionen Akkugeräte heraus kommen.

Zudem hält sich seit einigen Jahren ein Gerücht, nachdem Widex eine Alternative auf Brennstoffzellen-Basis veröffentlichen möchte. Die Brennstoffzelle vereint die Vorteile von aufladbaren Geräten mit denen der Batterie. Zudem handelt es sich um eine sehr umweltfreundliche Alternative.

 

Trends bei smarten Kopfhörern

Smarte Kopfhörer sind der absolute Renner. Die Absatzzahlen nehmen zu. Es gibt sie in verschiedensten Bauformen und mit unterschiedlichstem Nutzer Umfang. Alle gemeinsam besitzen Kopplungsmöglichkeiten per Bluetooth mit dem Smartphone.

Dementsprechend verzichten sie auf Kabel und werden mit Akku betrieben. Es gibt sie als Highend Lösung mit Noise Cancelling, kleine inEar Varianten, beispielsweise mit Fitness Tracker Funktionen oder als Varianten mit Klangoptimierungs-Software. Dadurch lässt sich Musik und Ähnliches, der Hörleistung entsprechend, anpassen.

Neben der Hardware waren dazu passende Apps immer wieder Thema in diesem Blog. So schrieb ich über Programme, die aus einem iPhone (mit Kopfhörern) ein Hörgerät machten. Hörtest Apps machen das Smartphone hingegen zum Mini-Audiometer.

Kopfhörer als Hörgeräte

Im Oktober dieses Jahres war es dann so weit. Ein kleiner Ruck ging durch die Hörgerätebranche. Erstmals wurde ein “Self Fitting” Hörsystem der Firma Bose durch die US-Behörde FDA als “Hörgerät” zugelassen.

Eigentlich war damit zu diesem Zeitpunkt nicht zu rechnen. Erst ab dem Jahr 2020 sollen sogenannte OTC (over the counter) Hörgeräte ein genaues Anforderungsprofil durch die FDA erhalten.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt kein System gibt, welches die Firma Bose als “Hörgerät” vermarktet. Wann es erscheint und welchen technischen Umfang es besitzt ist ebenfalls nicht bekannt.

Es ist aber zu erwarten, das dieses System eher einem Kopfhörer als einem Hörgerät ähneln wird. Es wird in erste Linie im Direktvertrieb zum Einsatz kommen.

Europäische Gesetze geben momentan zudem keine Grundlage für “Self Fitting” Systeme als Medizinprodukte. Aus dem gleichen Grund ist es im Übrigen auch nicht möglich, Hörgeräte langfristig durch eine Smartphone-App in der Einstellung zu verändern.

Trotzdem muss ich sagen, dass es mich doch sehr erstaunt, wie schnell der Kopfhörer- und Hörgerätemarkt miteinander verschmelzen.

 

Sprachdienste

Eines haben Kopfhörer Hörgeräten momentan noch voraus. Sprachdienste lassen sich ohne zusätzliches Zubehör nutzen.

Der Trend digitaler Sprachdienste nimmt immer mehr zu. Die vier wertvollsten Marken der Welt bieten eigene Dienste an.

Das sind neben Apple (Siri) und Google (Assistant) die Firmen Amazon (Alexa) und Microsoft (Cortana).

Sprachsteuerung wird aller Voraussicht nach, in den nächsten zwanzig Jahren nahezu alle technischen Geräte betreffen.screenshot_20180327-094226~24561390146450391316..png

Sind es momentan vor allem smarte Lautsprecher die in häuslicher Umgebung zum Einsatz kommen, wird die Technik immer mobiler werden. Persönliche Hör Assistenten begleiten uns zukünftig in Form von Kopfhörern und Hörgeräten.

Vorstellbar wäre beispielsweise eine direkte Übertragung von Bahnhofsdurchsagen in die Hördevices. Eine Bestellungen im Restaurant über das Hörsystem wäre ebenfalls denkbar.

Auch der Staubsauger wird in naher Zukunft auf Sprachbefehle hören. Das Licht im Haus lässt sich ja schon seit einiger Zeit über Sprache steuern.

Die Industrie schafft gerade die  technischen Voraussetzung für diese Neuerungen. Ein wichtiger Aspekt bleibt aber der Mensch.

Technologischer Fortschritt kann sich nur durchsetzen, wenn der Nutzer “mitgenommen” und an die neuen Techniken herangeführt wird.

Auch hierzu habe ich im letzten Jahr mehrfach Beiträge veröffentlicht (beispielsweise hier und hier).

 

Das zweite Jahr

Wir leben in einer spannenden Zeit, wie ich finde. Hoer-gadgets begegnen uns an den verschiedensten Stellen im Alltag. Für Menschen mit und ohne Hörminderung.

Die nächsten Monate werden wieder einige Neuerungen und Weiterentwicklungen mit sich bringen. Darüber erfahrt ihr alles Wichtige auf dieser Seite.

Zudem hatte in von Anfang an die Idee, wiederkehrende Rubriken in diesem Blog zu veröffentlichen. Für das nächste Jahr nehme ich mir vor, dies zu verwirklichen.

Schon in den nächsten Wochen soll der erste Beitrag aus der neuen Rubrik “Sieben Gedanken zu…” erscheinen. In Zukunft möchte ich in losen Abständen immer Mal wieder “sieben Gedanken” zu einem Thema niederschreiben.

Ansonsten ist es mein Ziel, hoer-gadgets.de weiterhin in gewohnter Form zu präsentieren.

Zur Erinnerung: Ich schreibe diesen Blog zum Spaß. Ich möchte meine Leidenschaft für smarte Hör-Gadgets mit Euch teilen. Ich verbreite hier meine persönliche Meinung und erhalte keine finanzielle Unterstützung oder anderes Sponsoring.

An dieser Stelle möchte ich mich für Eure Treue als Leser bedanken. Ich freue mich auf das zweite Jahr mit diesem Blog.

 

Euer Dirkimg_01702498021471663134646.jpg

2 Kommentare zu „Hallo… (Version 2018)

  1. Hallo Dirk,
    Ich finde Deinen Blog sehr gut und freue mich, dass Du weiter machst. Dein Beitrag Version 2018 deckt sich mit meinen Einschätzungen und ich freue mich auf weitere Artikel.
    Viel Grüße aus Berlin
    Stephan

    Gefällt 1 Person

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