Das Zuhause wird smart – “intelligente” Lautsprecher im Vergleich

“Alexa, spiele einen Song von Helene Fischer!

Nein!!”

Wahnsinn, diese smarten Lautsprecher werden auch immer intelligenter!

Dieser Witz ist vor ein paar Tagen in meiner Timeline aufgetaucht. Aber Spaß beiseite. Die Aussage stimmt. Tatsächlich entwickeln sich Sprachdienste rasant weiter. Die Algorithmen werden immer besser. Das lässt die Dienste intelligenter erscheinen.

Es könnte das Jahr der Sprachdienste und vor allem der immer beliebteren smarten Lautsprecher werden. Analysten erwarten einen Absatz von mehr als 50 Millionen Geräten im Jahr 2018.

Gerade erst hat Apple seinen HomePod veröffentlicht. Zunächst in den USA, Großbritannien und Australien. Im Laufe des Frühlings soll er dann nach Deutschland kommen. Der HomePod wird die Verkaufszahlen aller vergleichbaren Produkte noch einmal in die Höhe treiben. Ähnlich wie es vor einiger Zeit bei Smartwatches der Fall war, als die Apple Watch veröffentlicht wurde.

Was können Smart-Speaker und Sprachdienste? Wo liegen die Unterschiede der großen Anbieter? Welche Kritikpunkte gibt es an den Systemen?
Diesen Fragen möchte ich in diesem Beitrag auf den Grund gehen. Ich beleuchte die Produkte von Apple, Google (alphabeth) und Amazon.


Apple HomePod

Der HomePod erscheint gerade erst. In einigen Ländern ist er bereits verfügbar, in anderen noch nicht. Die Idee hinter dem Produkt wurde aber bereits bei dessen Präsentation im letzten Jahr deutlich. Apple legt besonderen Wert auf guten Sound. In erster Linie soll der HomePod ein gut klingender Lautsprecher sein.


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Apple HomePod (Bild:Apple)

Wie von Apple nicht anders zu erwarten, hat der HomePod den Sprachassistenten Siri an Bord. Dieser bietet jedoch momentan vergleichsweise wenig. Er kommt in erster Linie zum komfortablen steuern der Musik, vorzugsweise von Apple Music zum Einsatz.
Auch sonst bindet sich der Speaker perfekt in den Apple Kosmos ein. So ist neben der WLAN-Kopplung Apple Air Play2 zum direct-streaming möglich. Eine Kompatibilität mit dem Betriebssystem Android oder per Bluetooth sucht man hingegen vergeblich.

Um den Klang des Lautsprechers zu optimieren, nutzt der integrierte A8 Prozessor die Mikrofone des Lautsprechers zur Analyse der Raumeigenschaften. Apple hat den Anspruch, dass der HomePod einer der hochwertigsten Lautsprecher mit bester Hardware und herausragendem Klang am Markt wird.

Dies lässt sich Apple auch bezahlen. Mit 349 US Dollar ist der Lautsprecher mit Abstand der teuerste im Vergleich. Bietet aber die wenigsten smarten Funktionen.
Es scheint ein bisschen so, als wenn Apple den Lautsprecher heraus bringt, um den Markt nicht gänzlich der Konkurrenz zu überlassen. Sie möchten mit der Designsprache in erster Linie User ansprechen, die gehobenen Wert auf die Marke Apple legen und nur ungern auf Produkte anderer Firmen ausweichen.



Google Home Serie

Google bietet mit seinem Sprachdienst Assistant momentan wahrscheinlich den fortschrittlichsten Dienst. Er hat die beste Spracherkennung und kann auf den größten Datensatz zurückgreifen. Eigentlich nicht verwunderlich. Ist Googles Kerngeschäft doch die Suche nach Informationen im Internet.
Dennoch zog Google gegenüber Amazon den kürzeren und war nurder zweite Anbieter der einen Sprachlautsprecher auf den Markt brachte.

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Google Home (Bild: Google)


Inzwischen haben sie mit dem Google Home und dem Home mini zwei Produkte im Portfolio. Sie unterscheiden sich in erster Linie durch Größe und Klang.
Die Entwicklung des Assistant geht zudem rasant weiter. Durch die feste Integration auf vielen Android-Smartphones wächst der Datenstamm immer weiter an. Google möchte seine Dienste immer mehr ins System integrieren. Sei es Google Wetter, MapsGmail oder ähnliches. In puncto Einbindung von SmartHome-Produkten und Sprach-Einkäufen hängt Google noch hinterher. Die Einbindung anderer Apps in die eigenen Dienste spielt keine so wesentliche Rolle wie bei Amazon. Zwar bietet Google mit Actions einen ähnlichen Dienst wie Amazons Skills (siehe weiter unten). Der Umfang ist momentan aber deutlich geringer. Amazon profitiert als Händler direkt, wenn andere Produkte mit ihrem System kompatibel sind und legt auf Drittanbieter deshalb größeren Wert.

Eine Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten stellt die Kompatibilität mit Googles Chromecast Sticks dar. So ist es möglich per Sprache nicht nur den Google Home zu steuern. Das Aktivieren und steuern des Fernsehers oder der Musikanlage ist ebenso möglich.

Klanglich sind Googles Lautsprecher eher im Mittelmaß anzusiedeln. Mit dem Google Home max ist ein weiterer Lautsprecher mit besseren Klangeigenschaften entwickelt worden. Ein Erscheinungsdatum für Deutschland gibt es für den Premium-Lautsprecher bisher jedoch nicht.



Amazon Echo Serie

Amazon ist der Spitzenreiter im Smart-Speaker Bereich. Sie waren die ersten, die mit ihrem Lautsprecher auf den Markt kamen. Der Marktanteil Amazons liegt bei circa 70 Prozent. Inzwischen ist das Portfolio an Lautsprechern auf vier Geräte herangewachsen. Neben dem klassischenEcho ist der Echo Dot als kleine Alternative verfügbar.
Mit Echo Spot und Echo Show ist Amazon zudem der einzige Anbieter, der smarte Lautsprecher mit Display anbietet.

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Amazon Echo (Bild: Amazon)

Amazon möchte seine Lautsprechersysteme möglichst vielen Drittanbietern öffnen. Durch sogenannte Skills wird der Nutzungsradius deutlich erweitert. Ihr könnt euch das ganze wie einen App-Store für den Speaker vorstellen. Möchte man beispielsweise ein Quiz auf dem Echo spielen, kann man sich das entsprechende Skill herunterladen. Auch Pizza-Bringdienste oder Taxi-Unternehmen gehören zu den Drittanbieter die Skills bieten.

“Alexa, bestelle mir eine Pizza Salami!


Amazon hat zudem die Vorreiterrolle im Smarthome-Bereich inne. Durch entsprechende Kopplungen lassen sich gängige Dienste wie Philips Hue-Lampen über den Lautsprecher steuern.


Die Dienste im Vergleich

In der folgenden Grafik sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei Anbieter (jeweils mit dem gängigsten Lautsprecher) zusammengefasst:

 

Smartspeaker im Vergleich

 

Welche Alternativen bietet der Markt?

Microsoft gehört ebenfalls zu den „BigFour“ der Tech-Branche. Mit Cortana haben sie vor einiger Zeit einen eigenen Sprachdienst herausgebracht. Im Unterschied zu den drei anderen ist Microsoft für die Hardware eine Partnerschaft eingegangen. Gemeinsam mit harman/kardon stellten sie kürzlich den Invoke vor. Bei dem Speaker stehen, ähnlich wie bei Apple, Klang und Design im Mittelpunkt.

Auch die deutsche Telekom möchte in diesem Jahr mit einem eigenen Speaker auf den Markt kommen. Dieser soll im Einklang mit dem TV Dienst Entertain und den hauseigenen Smarthome-Diensten arbeiten.

Des Weiteren stellt die Telekom die besondere Wahrung personenbezogener Daten, sprich den Datenschutz in den Mittelpunkt des Marketings.

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UE Boom 2 ist jetzt „Alexa“ fähig

Auch andere Hersteller nutzen Sprachdienste für ihre Produkte. So kann man beispielsweise Alexa auf dem Ultimate Ears Boom2 Lautsprecher aktivieren. Sony kooperiert hingegen mit Google. Auf dem LF-S 50G ist der Assistant vorinstalliert.
Auch im Kopfhörer Bereich findet man immer mehr Produkte mit integrierten Assistenten. (siehe hier).

 

Kritik:

Ein großer Kritikpunkt an smarten Lautsprechern ist der Datenhunger. Datenschützer beklagen die teilweise undurchsichtigen Nutzungsbedingungen. So ist davon auszugehen das die jeweiligen Anbieter Daten für die unterschiedlichsten Dinge erheben. Bessere Kauferlebnisse, gezieltere Werbung oder ähnliches.
Die Lautsprecher sind zudem oft in Dauerbereitschaft. Die Mikrofone also immer auf Empfang, um bei entsprechendem Befehl aktiv werden zu können. Hierdurch könnte der akustische Zugang zu einem Raum erleichtert werden, um diesen, beispielsweise über das Internet zu belauschen.

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