Aus München in die Welt: Innovative Bluetooth-Kopfhörer von Bragi

Rund eineinhalb Jahre sind seit der Veröffentlichung des iPhone 7 vergangen. Es war eines der ersten populären Smartphones, bei dem auf einen Klinkeneingang verzichtet wurde. Mit den AirPods hat Apple zudem die ersten eigenen Bluetooth-Kopfhörer vorgestellt. Diese kamen Ende 2016 in den Handel. Zu diesem Zeitpunkt waren “the dash” von Bragi bereits ein dreiviertel Jahr erhältlich.

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Apple Airpod: seit Ende 2016 erhältlich

Bei Bragi, benannt nach dem nordischen Gott der Musik und Poesie, handelt es sich um ein Münchner Startup. Es setzte sich 2014 zum Ziel, die ersten komplett kabellosen Ohrhörer mit smarten Zusatzfunktionen auf den Markt zu bringen. Nach einer erfolgreichen Kickstarter Kampagne ist ihnen das in nur zwei Jahren gelungen.

Inzwischen ist mit “the dash pro” der Nachfolger erhältlich. Zudem gibt es mit “the headphone” eine günstigere Alternative. Für die Zukunft stellt Bragi einige weitere interessante Produkte in Aussicht.

Ein guter Grund, um euch die beiden “Hearables” genauer vorzustellen.

the Dash Pro

The Dash Pro ist als Nachfolger des the Dash seit Mitte letzten Jahres erhältlich. Er bietet vor allem eine deutlich stabilere Bluetooth-Verbindung zum Smartphone.

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The Dash Pro (Bildquelle: Bragi)


Die schwarzen Ohrhörer (die Vorgänger waren zusätzlich auch in Weiß lieferbar) verfügen weiterhin über ihre besondere Touch-Oberfläche. So lässt sich per Wischgeste der transparency-Modus aktivieren. Dadurch ist es möglich, Geräusche von außen durchzulassen oder wegzufiltern.

Auch der Akku wurde verbessert. Er hat in der aktuellen Version eine Laufzeit von fünf Stunden. Über das Ladecase sind weitere fünf Ladungen möglich, bevor es wieder ans Kabel muss.

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Das Etui dient zum Aufladen der Kopfhörer

Gleich geblieben ist der Herzfrequenz-Messer. Durch ihn stehen umfangreiche Gesundheitsdaten zur Verfügung. Um darauf zuzugreifen, stellt Bragi eine entsprechende App zur Verfügung. 

In der ist es möglich, umfangreiche Anpassungen an die Ohrhörer vorzunehmen. In der neusten Version der Bragi-App steht beispielsweise eine Verbindung mit Amazons Sprachdienst Alexa zur Verfügung. Auch die Smartphone-eigenen Sprachdienste (Google Assistant oder Apple Siri) sind durch die entsprechende Geste am Touchfeld der Ohrhörers aktivierbar.

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Einstellungen können über das Touchfeld vorgenommen werden

Eine weitere Weiterentwicklung ist das “4D-Menü”. Durch Kopfbewegungen steuert man in einer virtuellen Oberfläche. So ist es möglich, Anrufe durch ein Kopfnicken anzunehmen oder durch ein Kopfschütteln abzuweisen.

The Dash Pro bietet ein eigenes Betriebssystem. The Dash OS lässt sich durch den Nutzer in die aktuelle Version bringen. So laufen auch ältere Kopfhörer immer mit der neusten Software. Die aktuelle Version 3.1 unterstützt beispielsweise iTranslate. Circa 40 Sprachen lassen sich simultan übersetzen.

the Headphone

Mit “the Headphone” hat Bragi vor circa einem Jahr eine günstigere Alternative zu the Dash auf den Markt gebracht. Diese liegen mit circa 150 € bis 200 € deutlich unter den 349 €, die für den the dash pro aufgerufen werden.

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The Headphone (Bildquelle: Bragi)

Dafür bekommt man auch einiges weniger. Sind die Ohrhörer in Größe und Form ihrem Großen Bruder nachempfunden, fehlen viele der Besonderheiten. So wird bei the headphone auf das Touchfeld verzichten. An dessen Stelle kommen Taster zum Einsatz. Diese haben einen deutlich stärkeren Druckpunkt. Das führt im Alltag dazu, dass man die Ohrhörer in den Gehörgang drückt (die gleiche Erfahrung habe ich mit meinen Jabra Elite Sport gesammelt).

Auch eine Smartphone-App sucht man bei the Headphone vergeblich. Die Ohrhörer kann man als “klassische” Kopfhörer bezeichnen. Auch wenn das natürlich nicht stimmt, da true wireless Kopfhörer erst seit kurzem am Markt verfügbar sind. Aber the headphone verfügt über keine smarten Zusatzfunktionen. Sie dienen ausschließlich als Kopfhörer.

Das größte Manko an the Headphone ist meiner Ansicht nach der fehlende Akku im Ladecase. Ist der integrierte Akku nach fünf Stunden verbraucht, muss the headphone direkt wieder an die Steckdose.

The Dash Pro tailored by Starkey

Deshalb möchte ich meinen Blick auch direkt wieder auf the Dash pro werfen:

Besonders interessant ist, dass Bragi diese in den Vereinigten Staaten und Canada als individuelle Lösung anbietet. Dafür sind sie eine Kooperation mit dem Hörgerätehersteller Starkey eingegangen.

Nach erfolgter Abdrucknahme am Ohr des Nutzers, wird die Technik des Kopfhörers in eine individuelle, der Ohr-Anatomie des Trägers angepasste Schale eingepasst. Die Ladeschale für the dash  wird ebenfalls individualisiert. Unangenehmer Druck, wie es bei Standardlösungen der Fall sein kann, entfällt.

Starkey kann seine jahrzehntelange Erfahrung im “Im-Ohr”-Hörgeräte Bau für ein innovatives, modernes System einbringen. (YouTube Video)

Ich sehe in the dash Pro tailored by Starkey eine tolle Entwicklung, die aller Voraussicht nach irgendwann auch in Deutschland beziehungsweise Europa verfügbar sein wird.

Der breite Markt an Hörakustikern und Otoplastik-Laboren wäre leicht in der Lage, der Nachfrage an individuellen Kopfhörern gerecht zu werden. Sie sind die Profis auf diesem Gebiet.

Aussicht

Bragi hat auf der CES 2018 in Las Vegas verkündet, Lösungen für Tinnitus-Patienten anzubieten.

Hierfür sind sie eine Partnerschaft  mit Mimi Hearing Technologies eingegangen. Bragi möchte ihre Produkte in eine neue, gesundheitsorientierte Richtung führen.

Quellen zufolge wird dieses neue Produkt eine persönliche Klangverstärkung bieten, die den Nutzern als Hörverbesserung dient. Hinzu kommt eine zusätzliche Funktion, die Erleichterung bei Tinnitus bietet.  (YouTube Video)

Bragis Plan ist es, seine Consumer-Audiotechnologie mit Mimis maßgeschneiderten Hörtests zu kombinieren, um benutzerspezifische Soundprofile daraus zu erstellen. In Kombination mit Mimis Personalisierungstechnologie wird dieses neue Hör-Device automatisch konfiguriert und programmiert, ohne dass eine manuelle Programmierung oder ein Smartphone erforderlich wären. (Quelle:hearinghealthmatters)

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