Jabra Elite Sport – „True Wireless“-Kopfhörer für Sportler und Musikfreunde

Vor 18 Monaten bin ich zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Stand-Up-Paddle-Board gestanden. Leider nur für circa fünf Sekunden. Dann machte ich einen Abgang!

Dies war für mich ein einschneidendes Erlebnis, hatte sich der Rest der Familie doch in den Kopf gesetzt, sich solch ein Teil zu Weihnachten zu wünschen. In der Folge führte meine feuchte Niederlage und der Wunsch meiner Familie letztendlich zu meiner Entscheidung, grundsätzlich etwas an meinem Lebensstil zu ändern. Ich hatte in den letzten Jahren wohl das ein oder andere Kilo zu viel angesammelt 😉 .

Mit Diäten hingegen habe ich nicht so gute Erfahrungen gesammelt. Außerdem war die Gewichtsabnahme alleine nicht mein Ziel. Ich wollte auch fitter werden. So fing ich an, mich sportlich zu betätigen.

Dabei stellte ich schnell fest: Smarte Gadgets geben mir Motivation!

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meine ersten Läufe absolvierte ich mit Bluetooth-Kopfhörern mit Kabelverbindung

Anfangs nutzte ich die App Runtastic und einen einfachen Bluetooth-Kopfhörer mit Kabelverbindung für meine Aktivitäten. Doch der Wunsch nach hochwertigeren Möglichkeiten kam, wie bei mir üblich, schnell.

Letztes Jahr zu meinem Geburtstag und zu Weihnachten war es soweit. Ich bekam den gewünschten GPS-Fitness-Tracker und als Sport-Kopfhörer die Earbuds Jabra elite Sport. Die hatten es mir seit Langem angetan.

Inzwischen nutze ich die Kopfhörer seit knapp zwei Monaten und konnte sie ausführlich testen.

Eines gleich vorweg: Der Markt für komplett kabellose Bluetooth-Kopfhörer ist noch recht überschaubar. Insofern sind die Elite Sport nicht nur für Sportler interessant. Auch ohne Sport-Funktionen sind diese Earbuds ein tolles Produkt.

 

Die Verpackung

Dennoch lässt schon die Optik der Verpackung vermuten, an wen sich das Produkt richtet. Beim Öffnen des Deckels, auf dem die Kopfhörer und der Produktname abgebildet sind, entdeckt man im  inneren linken Teil eine Sportlerin beim Spinning. Auf der rechten Seite befinden sich die Kopfhörer und das Etui, das gleichzeitig die Ladevorrichtung ist.

 

 

 

Unter den Earbuds befindet sich ein weiteres Fach. Dieses enthält das Micro-USB-Ladekabel (ohne Netzteil), eine Kurzanleitung und eine Menge Zubehör, um die Kopfhörer an die individuellen Ohr-Eigenschaften anzupassen.

 

Sitz und Design

Für mich als Hörakustiker wirken die Jabra Elite Sport im ersten Moment etwas klobig und pummelig. Das Design von modernen Hörgeräten ist oft diskreter. Allerdings befindet sich einiges an Technik in den „Dingern“. Aber dazu später mehr.

 

 

 

Man braucht etwas Zeit, um die Ohrhörer an die Ohren anzupassen. Sechs verschiedene Dome-Größen stehen zur Verfügung. Drei Paar etwas feiner gefertigte Eartips sowie drei Paar weiche Eargels. Diese passen sich an die Gehörgangsform an und gehen nach dem Tragen in ihre Ausgangsform zurück. Dazu gibt es noch drei Paar Earwings. Sie geben Halt im oberen Teil der Ohrmuschel.

Am besten koppelt ihr die aufgeladenen Kopfhörer mit dem Smartphone und spielt einen Musiktitel ab. Es geht darum, die verschieden Anpassteile im Vergleich zu testen, um so für sich den bestmöglichen Sitz und Klang zu erzielen. Das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Es lohnt sich aber für eine positive Nutzererfahrung.

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Die Kopfhörer

Als nächstes empfiehlt es sich, die Jabra Sport App (bei Google Play und im App Store erhältlich) sowie eine Service-App herunterzuladen (die Empfehlung kommt nach Installation der Sport-App). In der Sport-App Ist es möglich, weitere Anpassungen des Klangs an persönliche Vorlieben vorzunehmen.

 

 

 

Auch wenn es sich bei den Kopfhörern um True-Wireless-Kopfhörer handelt (keine Kabelverbindung zwischen den Ohrteilen), ist das Smartphone lediglich mit der rechten Seite verbunden. Das linke Ohrteil verbindet sich automatisch mit dem rechten Pendant. Möchte man das System für bestimmte Aktivitäten einseitig nutzen, geht dies ausschliesslich mit der rechten Seite.

An der rechten Seite ist zudem der optische Infrarot-Pulsmesser angebracht. Ein Highlight der Kopfhörer. Beide Ohrhörer verfügen über Ladekontakte und eine Status-LED.img_20180112_0757174313694491338789467-e1518694598403.jpg

Weiterhin befinden sich auf beiden Earbuds zwei Taster, die durch unterschiedliche Druck-Kombinationen in den verschiedenen Situationen eine Vielzahl an Funktionen ermöglichen.

 

Tasten des linken Ohrhörers

Durch kurzes Drücken der Plus-Taste wird die Lautstärke angehoben (Musik oder andere Audioquelle).

Durch kurzes Drücken der Minus-Taste wird die Lautstärke gesenkt.

Durch langes Drücken der Plus-Taste (mehr als eine Sekunde) springt die Musikwiedergabe zum nächsten Titel.

Durch langes Drücken der Minus-Taste springt man zurück zum letzten Titel.

Zudem kann man den linken Kopfhörer  durch sehr langes Drücken der Minus-Taste ausschalten. Dies ist ebenso über die rechte Multifunktionstaste möglich. Hier schaltet das komplette System aus. Benötigt wird die Abschaltfunktion nur, wenn man die Kopfhörer nicht in das Ladecase legt. Denn dort schalten sie automatisch aus beziehungsweise an.

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Linker und rechter Ohrhörer mit Ladecase

Tasten des rechten Ohrhörers

Die obere Taste ist die Sporttaste. Wird diese kurz angetippt, startet die Sport-App. Durch längeres Halten der Sporttaste beginnt das Training. Während des Trainings dient ein kurzer Tipp auf die Taste zum Pausieren beziehungsweise zum Fortsetzen der Aktivität.

Haltet ihr die Sport-Taste eine Sekunde lang gedrückt, erhaltet ihr laufende Status-informationen. Während des Abspielens einer Statusinformation kann man durch längeres Drücken entscheiden, ob weiterhin Statusmeldungen abgespielt werden sollen.

Die untere Multifunktionstaste bringt, wie der Name schon verrät, die meisten Funktionen mit sich. Beispielsweise lässt sich über die Taste die Musikwiedergabe pausieren. Tippt ihr bei eingehenden Anrufen auf die Taste, könnt ihr den Anruf annehmen. Durch zweifaches Tippen ist der Anruf abweisbar. Haltet ihr die Multifunktions-Taste eine Sekunde lang gedrückt, während ihr nicht telefoniert, werden die Außen-Mikrofone (HearThrough) aktiviert und deaktiviert.

Drückt ihr doppelt auf die Multifunktionstaste, wenn ihr gerade nicht telefoniert, lässt sich über die Taste der Google-Assistant (oder Siri/ Cortana) starten.

 

Sprachsteuerung

Besonders hat mich der integrierte Google-Assistant überrascht. Wie beschrieben, eine Sekunde auf die untere Taste des rechten EarBuds gedrückt und es erscheint das bekannte Startgeräusch des Assistant in den Ohren. Das Display des Smartphones bleibt dunkel.

Ich habe den Assistant testweise in einem belebten Lokal erprobt. Dafür habe ich eine WhatsApp-Nachricht an einen Freud diktiert. Dieser saß neben mir und staunte nicht schlecht, dass nach kurzer Wartezeit die diktierte Nachricht auf seinem Telefon eintrudelte. Die Nebengeräusche im Lokal haben den Assistant kaum aus der Fassung gebracht.

Einen weiteren Test habe ich während einer Radfahrt an einem windigen Tag durchgeführt. Hier musste ich schon sehr laut und deutlich sprechen, dass meine Anweisungen richtig vom Assistant verarbeitet wurden.

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Wer es mag! freihändiges Telefonieren während des Workouts

Als sehr nützlich habe ich die Funktion empfunden, dass eingehende Anrufe ebenfalls durch Sprachbefehle gesteuert werden können. Betätigt man bei klingelndem Telefon keine der Tasten am Elite Sport erscheint eine Stimme. Diese fragt, ob man den Anruf annehmen oder ignorieren möchte (sie klingt übrigens ganz anders als die Assistant-Stimme!). Das erleichtert das Telefonieren während einer Aktivität ungemein. Über den Assistant ist es ebenso möglich, Telefonate per Sprachsteuerung zu starten.

Der Akku

Der Akku ist ebenfalls zufriedenstellend. In der 2017er Version des Elite Sport ist dieser noch einmal optimiert worden. Während die erste Version drei Stunden Laufzeit versprach, ist die aktuelle Version mit viereinhalb Stunden Kapazität angegeben. Diese Zeit verdreifacht sich durch die Ladebox. Sie beinhaltet die Kapazität für zwei weitere volle Aufladungen. Die Earbuds müssen erst nach circa 13,5 Stunden Musikgenuss und Sport-Tracking an ein Ladekabel.

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bereits nach 20 Minuten aufladen ist wieder eine volle Stunde Hörgenuss möglich

Der vollständige Ladeprozess für die Kopfhörer brauch laut Bedienungsanleitung etwa zwei Stunden. Durch eine integrierte Schnellladefunktion ist bereits nach 20 Minuten Ladezeit eine Stunde Wiedergabe möglich.

 

Jabra Fitness App

Ein besonderes Highlight stellt die Jabra Fitness App dar. Sie sammelt alle wichtigen Daten während einer Aktivität und stellt umfangreiche Sprachinformationen zur Verfügung. Besonders gefällt mir, dass sich die Stimmenauslesung nach  eigenen Vorlieben personalisieren lässt:

 

 

 

Möchte ich die Informationen nach einer bestimmten Zeit? Oder lieber nach einer bestimmten Distanz? Oder besser noch beides? Interessieren mich nur die Daten zur zurückgelegten Strecke? Beispielsweise die Anzahl der Schritte, Distanzen und Geschwindigkeiten. Oder möchte ich auch Daten zur Körperanalyse angesagt bekommen? Hier könnten der aktuelle Puls, die Puls-Zone, die verbrauchten Kalorien oder der Trainingseffekt interessante Informationen sein.

Des weiteren kann man über die App VO2max Tests durchführen. Diese ermitteln das aktuelle Fitness-Level.

Ein weitere Funktion der App sind Crosstrainings. Mehr als zehn verschiedene Trainings mit unterschiedlicher Dauer stehen zur Verfügung. Und nicht nur das. In kurzen Informationssequenzen, beispielsweise YouTube Videos, kann man sich jede einzelne Teilübung zeigen lassen.

 

 

 

Wird im Training die jeweilige Übung in der richtigen Position begonnen, erkennt der Elite-Sport-Kopfhörer den Bewegungsablauf und zählt die Wiederholungen mit. Außerdem führt die Sprachansage durch das gesamte Training.

 

Kompatible Fitness-Apps

Die Kopplungsmöglichkeiten der App haben mich etwas enttäuscht. In einigen Tests habe ich gelesen, dass es möglich ist, die getrackten Daten mit Runtastic zu synchronisieren. Leider habe ich diesbezüglich keine Möglichkeit gefunden. Es bestehen Kopplungsmöglichkeiten mit den Fitness-Communities Strava und Endomondo. Testweise habe ich mir ein Profil bei Strava angelegt. Leider kommt es beim Koppeln zu einer Fehlermeldung „interner Fehler 403“. Die Verbindung mit Endomondo hat gut geklappt. Das Übertragen von Daten habe ich bisher allerdings auch nicht hinbekommen.

 

Fazit:

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit den Kopfhörern. Sie bieten an einigen Stellen deutlich mehr als erwartet. Der Klang ist angenehm und satt– für mich ist das eine der wichtigsten Eigenschaften eines hochwertigen Kopfhörers. Und das ist der Jabra Elite Sport mit einer Preisempfehlung von 249 Euro auf jeden Fall. Besonders begeistert mich die Akkulaufzeit und die gut funktionierende Sprachsteuerung. Die App bietet in vielen Bereichen mehr als erwartet.

Die Kopplungsmöglichkeiten mit anderen Apps bieten wünschenswertes Verbesserungspotential. Außerdem würde ich gerne die verschieden Aktivitäten mit unterschiedlichen Stimmenauslesungen belegen können.

 

 

 

Als Akustiker achte ich zudem auf Möglichkeiten der Individualisierung der Ohrteile. Auch beim Jabra Elite Sport ist ein gewisser Druck durch die Standardteile nicht zu leugnen. Es ist jedoch schwierig, eine andere Lösung zu finden. Denn durch die Vielzahl an Sensoren und Kontakten sowie die vordefinierte Ladebox sind kaum andere Varianten möglich, als die herstellereigenen.

 

Abschließend

Ach ja, eine wichtige Eigenschaft des Jabra Elite Sport hätte ich jetzt fast vergessen. Die Earbuds sind IP67 zertifiziert. Das heißt, sie sind wasser- und staubresistent.

Und da ich inzwischen eine Saison erfolgreiches Stand-Up-Paddeln hinter mir habe, freue ich mich jetzt schon auf den nächsten Sommer.

Dann kommt das Smartphone in die wasserdichte Tasche und die Kopfhörer ins Ohr: Schöne Musik an und ab auf den See…

 

 

 

Stand- Up-Paddeln ist übrigens durchaus ein ernstzunehmendes Workout, wie ich gemerkt habe. Und wenn die Aktivität abgeschlossen ist, kann man seine Füße im Wasser baumeln lassen und den Sonnenuntergang genießen.

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