Android Auto & Co.  – wie Auto-Apps das Autofahren sicherer, smarter und komfortabler machen

Vorgestern morgen ist es mir wieder passiert! Ich habe mein Smartphone im Auto vergessen. Na super. Also die zwei Stockwerke von meinem Laden runter zum Auto. Handy aus der Halterung nehmen. Und die zwei Stockwerke wieder rauf. Ohne Smartphone fühle ich mich einfach nackt. Immer diese Abhängigkeit…

Bis Abends war der Ärger längst wieder vergangen. Auf dem Heimweg freute ich mich wieder darüber, auf welch simple Weise es mir gelungen ist, aus meinem Auto ein smartes Fahrzeug zu machen. Aber der Reihe nach.

Vor etwa zwei Jahren habe ich meinen Lebensstil geändert. Und damit meine ich in diesem Fall nicht die Geschichte mit dem Gewichtsverlust. Nein, ich habe aufgehört CDs zu kaufen. Und das waren einige. Ich schätze, dass ich circa 500 Stück angesammelt habe. Das ging ganz schön ins Geld. Zusätzlich sammle ich ja auch noch Schallplatten.

 

Audiostreaming kam in mein Leben

Es musste eine Veränderung her. Und die kam mit einem „UE Boom 2“-Bluetooth-Lautsprecher. Ich hatte inzwischen die Hälfte meiner CDs erst auf dem Computer, später in der Cloud von Google Play Music gespeichert. Außerdem entdeckte ich den Musik-Streaming-Dienst Spotify. Er bietet, ähnlich wie Apple Music, einen Premiumaccount mit monatlichen Kosten und eine, durch einige Werbeunterbrechungen finanzierte, kostenlose Nutzung an. 

 

 

Der Lautsprecher verdrängte schnell das Küchenradio, da der Klang viel besser ist. Im Wohnzimmer kam ein „Google Chromecast“-WLAN-Empfänger für den Fernseher zum Einsatz. Später wurde dieser durch einen Chromecast Audio (Link zum Beitrag) ergänzt. Alternativ höre ich meine Schallplatten.

Der einzige Ort, an dem ich noch CDs nutzte, war mein Auto. In dem verbringe ich nicht übermäßig viel Zeit, habe aber doch 20 Kilometer Arbeitsweg und gelegentliche Fahrten zwischen 100 und 300 Kilometern.

 

Hat mein Auto die richtigen Voraussetzungen?

Ich begann, nach einer Lösung zu suchen. Etwas Vergleichbares wie der Chromecast musste her. Allerdings funktioniert dieser nur im WLAN. Also doch Bluetooth wie bei der UE Boom 2?

Aber wie kann man das Smartphone mit dem Autoradio koppeln?

Beim Durchblättern der Bedienungsanleitung kam ich auf die Lösung. Das Radio verfügt über einen Aux-In-Audioeingang. Audioquellen können per Klinkenstecker an das Radio angeschlossen werden. Ich fragte mich, warum mir der noch nie aufgefallen war?

Nach einigem Suchen habe ich ihn dann doch gefunden. Ich benutze in meinem Auto das originale Herstellerradio. Dieses ist fest in der Mittelkonsole verbaut. Der Aux-In wurde etwas separat und versteckt in dem unteren Fach der Mittelkonsole untergebracht. Eigentlich keine dumme Idee. So kann man einen MP3 Player, für den der Audioeingang ja eigentlich gedacht ist, einfach in das Fach legen. Der Zigarettenanzünder ist gleich daneben. Somit ist auch für Strom gesorgt.

 

Welche Hardware benutze ich?

Schnell fand ich im Internet den Bluetooth-Dongle, der meine Anforderungen erfüllte. Er sollte nicht zu auffällig sein; Strom über das Fahrzeug beziehen können; gut im Auto platzierbar sein. Das ist für das integrierte Mikrofon wichtig. Man benutzt ein Telefon ja nicht ausschließlich zum Musik hören.

Der Aukey BR-C 8 (Amazon Link) hat meine Anforderungen erfüllt. Zudem war er mit einem Preis von unter 20 Euro günstiger als erwartet.

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das Steuerelement des Bluetooth-Dongles

Dazu habe ich mir noch eine Halterung bestellt. Hier war es für mich wichtig, dass diese ebenfalls nicht zu stark aufträgt. Die Sicht auf den Verkehr sollte schließlich nicht beeinträchtigt werden. Und das Smartphone-Display sollte zu Not auch mit der Hand erreichbar sein. Ich wollte keine Lösung, die im Inneren der Windschutzscheibe hängt.

Meine Wahl fiel auf die „grooveclip® Air Slider“-Handyhalterung (Amazon Link). Der Preis lag ebenfalls unter 20 Euro.

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die Smartphone-Halterung wir im Lüftungsschlitz befestigt

 

Welche Software benutze ich?

Wie bei Internetbestellungen üblich, hieß es nun warten. Ich nutzte die Zeit, um mir Gedanken über die Steuerung des Smartphones machen. Das Bedienen des Telefons per Hand kam mir während der Fahrt umständlich vor. Vor allem möchte ich mich nicht zu sehr ablenken lassen. Nach etwas Recherche fand ich die App Automate – Dashboard (Google Play Link). Automate ist eine  Art „stand alone“-Version von Android Auto (Google Play Link)  bzw. Apple Car Play (Link) . Der Vorteil von Automate war, dass ich kein spezielles Autoradio mit Display zur Nutzung der App benötigte. Die App läuft direkt auf dem Smartphone. Das war zu diesem Zeitpunkt bei Android und IOS nicht möglich.

Google hat inzwischen seine App angepasst. Auch Android Auto ist seit einiger Zeit direkt auf dem Telefon nutzbar. Bei Apple ist mir nichts Vergleichbares bekannt.

 

 

 

Inzwischen nutze ich Android Auto als App. Es läuft bei meinem System etwas runder. Mir hat die etwas schlichtere App zudem mehr zugesagt. Auch wenn Automate mehr Einstellmöglichkeiten bietet.

 

Welche Vorteile bietet eine Auto-App?

In der grundsätzlichen Nutzung unterscheiden sich Automate und Android Auto nicht. Die folgenden Erklärungen mache ich am Beispiel von Android Auto.

Bevor man das erste Mal mit einer Auto-App fährt, sollte man  ein paar Einstellungen in der App vornehmen. So macht es Sinn, die App mit dem Bluetooth-Dongle bekannt zu machen.

Es lässt sich einstellen, dass die App automatisch startet, sobald das Smartphone die Bluetooth-Schnittstelle erkennt. Wenn ich ins Auto steige, das Telefon in der Halterung fixiere und das Fahrzeug starte, wird die Android-Auto-App aktiviert. Ist das Smartphone hingegen in der Tasche, bleibt das Display dunkel und die App deaktiviert.

Diese Einstellung lässt sich genauso ändern wie das Verhalten des Displays während der Fahrt. Soll das Display die ganze Fahrt über beleuchtet bleiben? Soll es genauso abblenden wie außerhalb des Fahrzeugs? Oder soll das Display nur aktiv bleiben, wenn ein Ladekabel angeschlossen ist?

 

Die Hauptfunktionen der App

Telefonieren:

Der Bluetooth- Dongle und das Autoradio sind eine vollwertige Freisprecheinrichtung. Geht ein Telefonat ein, wird die gestreamte Musik pausiert. Der Gesprächspartner ist laut und deutlich über die Lautsprecher hörbar.

Der Anruf kann über die Telefontaste am Dongle oder über die App angenommen werden.  Eine automatische Rufannahme ist ebenfalls einstellbar.

Möchte man einen Anruf tätigen, tippt man auf die Mikrofontaste der App. Alternativ kann man die die Aufmerksamkeit der App mit dem KeyWord „Okay, Google!“ auf sich richten: Auf das Kommando

“Max Mustermann mobil anrufen!“  wird dann der gewünschte Anruf aufgebaut.

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auch der klassische Ziffernblock ist vorhanden

 

Navigieren:

Smartphones bieten durch das integrierte GPS-Modul eine vollwertige Alternative zu Navigationsgeräten. In Verbindung mit Onlinedaten können Verkehrsinformationen in Echtzeit genutzt werden. Android Auto unterstützt Apps wie Google Maps oder Waze.

Habe ich eine Adresse am PC oder im Smartphone  gesucht, wird diese beim nächsten Starten der App als Aktionsfeld angezeigt. Einmal drauf getippt, und die Navigation an den Zielort wird gestartet. Das gleiche gilt für Adressen, die bei anstehenden Terminkalender-Einträgen hinterlegt sind.

Wie beim Telefonieren kann die Navigation per Sprachbefehl gestartet werden: „Okay, Google! Navigiere mich nach Hause!“

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Google Maps kann ebenfalls per Sprachbefehl gestartet werden

 

Musik hören:

Android Auto unterstützt verschiedene Streaming-Dienste. Beispielsweise Spotify oder Google Play Music. Bei Spotify hat man im Premium-Account die Möglichkeit, Musik offline zur Verfügung zu stellen. Einfach die gewünschten Playlists im WLAN aufs Smartphone laden und das Datenvolumen des Mobilfunkvertrages bleibt unberührt. Telekom-Kunden mit „Stream On“-Funktion kommen zudem seit Neuestem in den Genuss, dass Spotify Streaming nicht mehr auf das Datenvolumen angerechnet wird.

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verschiedene Audio- Apps sind kompatibel

 

Textnachrichten senden und empfangen:

„Okay, Google! Sende eine WhatsApp Nachricht an Max!” Es dauert nicht lange, dann kommt die Frage, welchen Inhalt die Nachricht haben soll. Am Ende des diktierten Textes wird der Inhalt der Nachricht durch den Google Assistant wiederholt. Man wird gefragt, ob man die Nachricht senden oder noch ändern möchte.

Wenn eine Textnachricht eingeht, wird die Musiklautstärke kurz reduziert, um darüber zu informieren. Über ein Aktionsfeld am Display kann man die Nachricht vorlesen lassen.

Das funktioniert auch mit SMS, Google Allo und anderen Diensten.

 

Android Auto: Mein Daily Driver

Nicht mal 40 Euro habe ich für die Hardware investiert, damit aus meinem Auto ein smartes Fahrzeug wird. Ich nutze die Funktionen bei jeder Fahrt. Wenn ich Radio hören möchte, höre  ich über die entsprechenden Apps. Es ist einfach so vorteilhaft, dass bei wichtigen Informationen die Musik ausgeblendet wird. Man verpasst keine wichtigen Anweisungen mehr. Das schnelle Verschicken und Abhören von Nachrichten ist genauso problemlos und sicher möglich, wie das Starten einer neuen Navigation.

Nur sollte man an sein Smartphone denken, wenn man das Fahrzeug verlässt. Sonst hat man, wie ich, gelegentlich doppelte Wege. Denn ohne geht’s halt auch außerhalb des Autos nicht mehr.

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