Kopfhörer – das nächste “große” Ding

Kopfhörer sind das nächste große Ding!

Die Zahlen sprechen für sich. Im Jahr 2016 lag der Absatz weltweit bei über 350 Millionen Stück. Im letzten Jahr sind weitere 15 Millionen dazu gekommen. (Quelle: Statista).

In anderen Multimedia-Bereichen sieht es hingegen anders aus. Der Smartphone-Markt hat seine größte Blütezeit bereits hinter sich. Tablets und Smartwatches sowieso. Von Digitalkameras braucht man gar nicht erst reden. Und auch der TV-Geräte-Markt stagniert.

Eigentlich kein Wunder, ist das Internet doch inzwischen mobil geworden. Die Mehrheit nutzt anstelle des häuslichen Computers mobile Endgeräte zum täglichen Surfen. Wir haben zu jeder Zeit und an fast jedem Ort Zugriff auf das Netz. Unsere Musik, Lieblings-TV-Serien und die meisten anderen medialen Information bekommen wir direkt auf das Smartphone. Neun von zehn Deutschen sind online (siehe hier).

Für die Internetnutzung hat die Sprachsteuerung immer mehr Bedeutung. Über sie wird in Zukunft die hauptsächliche Kommunikation stattfinden (siehe hier).

Und deshalb brauchen wir Kopfhörer!

Es gibt große Unterschiede

Kopfhörer unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht. Es gibt sie vom günstigen Einstiegsprodukt bis zum audiophilen High End Gadget. Zudem gibt es Unterschiede in der Bauform.

Die klassische Form ist der Over-Ear-Kopfhörer. Er bietet aufgrund seiner Baugröße gute akustische Eigenschaften. Neben der bekannten Kabelvariante gibt es eine breite Palette kabelloser Bluetooth-Geräte.

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die „klassische“ Over-Ear Variante

 

Viele Over-Ear-Kopfhörer sind zudem Lifestyle-Produkte. Sie dienen als modisches Accessoire. Ihr erinnert euch vielleicht an die öffentlichen Auftritte Bastian Schweinsteigers während der Weltmeisterschaft in Brasilien? Dort trug er verschiedene “beats by dr. dre”-Kopfhörer zur Schau.

Eine weitere nützliche Technologie, die überwiegend bei Over-ear Kopfhörern zum Einsatz kommt, ist die Noise canceling Funktion. Der Kopfhörer blendet Nebengeräusche aktiv aus. Somit steigert sich der Musikgenuss immens. Gerade wenn man viel Zeit im Zug oder im Flugzeug verbringt.

Bose QuietComfort 35 Bluetooth Noice Canceling Kopfhörer (image by olsenHH)

In Ears – Kopfhörer für die Hosentasche

In-ear- und on-ear-Ohrstöpsel gelten als platzsparende Alternativen. Die Technik befindet sich direkt im Ohr, oder, zumindest teilweise, auf der Ohrmuschel. Neben der klassischen Kabel-Variante gibt es auch hier viele Bluetooth- Alternativen. Hier unterscheidet man zwischen kabellos (wireless) und komplett kabellos (true wireless). Bei Letzteren ist keine Kabelverbindung zwischen dem rechten und linken Kopfhörer vorhanden.

Das bekannteste True wireless Modell ist momentan der Apple Airpod. Alternativen sind beispielsweise the Dash von Bragi oder Jabra Elite Sport. Alle genannten Modelle sind komplett kabellos, sprechen aber eine andere Interessengruppe an. So ist der Elite Sport ein Earbud für Fitness-Aktivitäten. Er verfügt, wie die meisten Fitness-Earphones, über smarte Zusatzfunktionen. Beispielsweise Herzfrequenzmessung und eine Counter Funktion. Eine Stimme beginnt automatisch mitzuzählen, sobald das System wiederkehrende Bewegungen wie Situps erkennt.

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Jabra elite Sport true wireless Kopfhörer

Wireless in-Ears beinhalten einen Akku. Dadurch sind die Systeme größer als vergleichbare Kabelsysteme.

Ein in-Ear-Kopfhörer muss zum Ohr passen

In-ears haben einen weiteren vermeintlichen Nachteil gegenüber over-ear-Kopfhörern. Ich höre immer wieder Klagen, dass sie nicht gut im Ohr sitzen. Die Verlustangst bei den Trägern ist groß. Gerade bei komplett kabellosen Systemen.

Die Voraussetzung für den richtigen, satten Klang ist ein gut abgedichtetes Ohr. Dieser dichte Sitz der in-ear-Kopfhörer ist allerdings nicht immer angenehm. Es entsteht ein gewisser Druck im Ohr. Sitzen die Kopfhörer hingegen nicht optimal, ist der Druck geringer. Dabei fließen tieffrequente Schallanteile ab und der Klang wird “dünner”.

Individuallösungen

Für diese Fälle bietet der Hörakustiker Lösungen. Durch Otoplastiken, also individuell angepasste Ohrstücke, wird der In-ear-Kopfhörer an den Träger angepasst. Der Kopfhörer sitzt wie ein Maßanzug. Grundsätzlich werden zwei Varianten unterschieden:

In der ersten kommen handelsübliche Kopfhörer zum Einsatz. Die Otoplastik besteht aus einem weichen Silikon, in die der Kopfhörer hinein “geclippt” wird.

In der zweiten Variante wird der individuelle Kopfhörer für den Kunden gebaut. Die Ohrform des Trägers bestimmt dabei die Form der Hörmuschel.

Abformung des Ohrs als Grundlage

In beiden Fällen ist eine originalgetreue Abbildung des Ohrs die Grundlage. Der Hörakustiker nimmt dafür eine drucklose Abformung des Ohrs. Anhand dieser Abbildung fertigt er die individuelle Otoplastik.

In der Silikon-Version bleibt eine Art Aussparung in der Otoplastik. Hier findet später der Köpfhörer seinen Platz .

Die Premium-Lösung

Bei der komplett individuell gefertigten Variante umschließt eine Hartschale die Technik. Das Kabel wird entweder eingegossen oder mit einem Stecksystem verbunden. Auch diese Variante setzt eine genaue Ohrabformung voraus. Die spezielle Hörtechnik stellt in diesem Falle der Anbieter bereit.

Der Ursprung dieser Kopfhörer liegt in der Live-Musik. Hier kommen artverwandte Systeme als in-ear-Monitore zum Einsatz. Diese Hörsysteme ermöglichen es Musikern, ihre Instrumente aus dem Musik-Gemisch heraus zu hören.

Gibt es Individuallösungen für true-wireless-Kopfhörer?

Airpods, the Dash und Co. verfügen über zusätzliche Sensoren auf der Innenseite des Hörers. So sind beispielsweise der Herzfrequenzsensor und die Ladekontakte an dieser Stelle angebracht. Das erschwert die Entwicklung individueller Lösungen. Denn die Otoplastiken müssen als Voraussetzung mitbringen, dass die Sensoren nicht verdeckt werden. Zudem sollte der Ohrhörer mit der Otoplastik in die vorgesehene Ladeschale passen. Ein ständiges An- und Absetzen der Otoplastiken zum Zwecke des Aufladens schränkt den Komfort erheblich ein.

Meines Wissens ist ein individuell gefertigter true-wireless-Kopfhörer nicht am Markt erhältlich. Mit zunehmenden Absätzen wird es in naher Zukunft entsprechende Lösungen geben. Davon gehe ich aus. Diese Lösungen werden von einem diskreten Im-Ohr-Hörgerät nicht zu unterscheiden sein.

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