WLAN-Lautsprecher im Retro-Stil

Ich möchte dieses Blog auch nutzen, um euch ein paar interessante Geschichten und Kuriositäten aus meinem Alltag mit Hör-Gadgets erzählen.

So erzählte mir mein Bruder vor Kurzem, dass er sich einen weiteren „Play:1“ von Sonos zugelegt hat. Er möchte ihn nutzen, um in einem weiteren Raum Musik zu genießen. Beim Play:1 handelt es sich um einen WLAN Lautsprecher. Mittels eines Smartphones wird eine Musik-App ausgewählt und gestartet. Im zweiten Schritt wählt man den Play:1 als Ausgabegerät. Jetzt nur noch die gewünschte Musik auswählen, und schon kann der Musikgenuss mit sattem Sound beginnen.

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Sonos Play:1 (Image by olsenHH)

Im  Gegensatz zu Bluetooth findet bei WLAN-Lautsprechern kein direktes Streaming vom Telefon zum Lautsprecher statt. Das Audiosignal wird über das Internet ins heimische WLAN gespeist und an den Sonos Play:1 gestreamt. Sollte sich der Smartphone-Empfang verschlechtern oder verloren gehen, bleibt das Signal unberührt und die Audioqualität erhalten.

Die Individuallösung

Da ich bisher selber keinen WLAN-Lautsprecher besitze, beschloss ich, mich einmal etwas genauer mit der Materie auseinander zu setzen. Ein Play:1 kam für mich nicht infrage. Ich wollte eine optisch individuelle Lösung.

Zufällig kam ich mit einem Bastler-Kollegen aus dem ortsansässigen Reparatur Café ins Gespräch. Er erzählte mir, dass er ein Abflussrohr mit Lautsprecher und WLAN versehen hat. Dieses nutzt er als Küchenradio.

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das „Abflussrohr-Radio“

Okay, so langsam gewann das Thema für mich an Spannung. Laut seiner Aussage kann man im Prinzip jedes Radio zum WLAN-Empfangsgerät umbauen. Er verwendet dafür einen “Raspberry Pi” Mini-Rechner (https:/goo.glt6V9tR) und eine Soundkarte. Wenn gewünscht, kann man zusätzlich eine Festplatte anschließen, um auch örtlich gespeicherte Files über das Radio abzuspielen. Die dazu passenden Apps stehen im App Store oder Playstore zur Verfügung (z.B. https://goo.gl/4xKgU9).

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Raspberry Pi und Soundkarte

Ich muss gestehen: Das klang für mich alles etwas kompliziert. Er versprach mir aber, dabei zu helfen!

Manchmal geht es einfacher als man denkt

So weit, so gut. Aber wie sollte mein zukünftiges, persönliches Internet-Radio denn nun aussehen?

Schnell war mir klar: Es muss ein Gerät sein, von dem man alles erwartet, nur kein WLAN. So begann ich, mich auf die Suche nach Retro-Radios zu machen. Glücklicherweise wurde ich binnen einer Woche fündig. Bei eBay bot ein Händler ein Körting Truhenradio aus dem Jahre 1962 an. Mit klassischem Röhrenverstärker! Welch ein wunderbarer, sonorer Sound. Eine Klangwärme wie es heutzutage kein Digital-Lautsprecher mehr hin bekommt.

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mein WLAN-Radio! (der AV-Receiver hat seinen Platz hinter der Klappe gefunden)

Leider fehlte der Plattenspieler, was sich im Nachhinein aber als vorteilhaft erwies. So  konnte ich den Platz für meinen AV-Receiver nutzen.

Da das Radio für den französischen Markt produziert wurde, hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten, alle Anschlüsse und Tasten richtig zuzuordnen. Dank der Google-Übersetzungs-App fand ich heraus, dass einer der Anschlüsse auf der Rückseite ein Audioeingang zu sein schien. Ein klassischer DIN 5 Pol Stecker, wie zu damaliger Zeit üblich.

Und nun kam die Idee. Warum versuche ich es nicht mit einem Chromecast Audio von Google. Ein kleiner WLAN-Empfänger, der an fast jedes Radio anzuschließen ist.

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Chromecast Audio mit Din-Adapter

Bei Amazon fand ich einen Adapter-Stecker, der den Klinkenausgang des Chromecasts für den DIN-Eingang des Radios passend machen sollte. Hoffentlich passt auch die Pinbelegung in dem Adapter!

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der Chromecast ist auf der Rückseite des Radios gekoppelt

Der Hingucker und Hinhörer in meinem Wohnzimmer

Nach drei Tagen kamen der Adapter und der Chromecast. Schnell angeschlossen das Ganze, und schon konnte es losgehen. Ich wählte in Spotify den Song “Ahnma” von den Beginnern aus und startete.

Wow, welch ein Sound!

Die Bässe der Schiffshörner in der Anfangssequenz bebten durch mein Wohnzimmer.

Es funktioniert! Genauso wie beim Sonos Play:1. Und das in einem wirklich coolen Retro Stil.

Eine wirklich einfache und sehr tolle Lösung, um alte Geräte für die Zukunft zu rüsten.

Ich werde mir wohl noch ein oder zwei Chromecasts zulegen. Bei knapp 40€ pro Gerät ist das leicht machbar. Diese kommen an die Radios in der Küche und im ersten Stock. So kann ich, genau wie mein Bruder mit seinem Play:1, das ganze Haus beschallen. Alles gesteuert über eine App.

Nur den „klassischen“ Chromecast am TV kann ich nicht  in das Audio-Netzwerk einbinden. Das ist aber leicht zu verschmerzen.

6 Kommentare zu „WLAN-Lautsprecher im Retro-Stil

  1. Servus Ingo. Danke für deine Rückmeldung. Bei mir ist es genauso. Zumal ich das ganze auch noch über meine Android Uhr steuern kann. Das mit dem Belkin Empfänger interessiert mich. hättest du da ein paar genauere Infos für mich?
    Liebe Grüße
    Dirk

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  2. Hi Dirk, hab das mit dem fast identischen Körting Gerät auch schon umgesetzt mit einem Bluetooth Empfänger von Belkin. Hat super funktioniert und sorgt für überraschte Gesichter, wenn man das Truhenradio per Smartphone „steuert“. ;-))

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Marcelino,
    Schön von dir zu hören. Es freut mich das dir der Beitrag gefällt. Solltest du Fragen dazu haben, melde dich einfach.
    Liebe Grüße aus Bayern
    Dirk

    Liken

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