Audiostreaming auf dem Vormarsch- ARD und ZDF präsentieren Online-Studie 2017

Anfang Oktober veröffentlichten die Rundfunkanstalten ARD und ZDF ihre diesjährige gemeinsame Onlinestudie (http://bit.ly/2xzlaJX). Zum ersten Mal wurde die Studie  in aufgeschlüsselter Form präsentiert.

Während in den Online-Studien der Vorjahre die Daten pauschal ermittelt wurden, unterscheidet die diesjährige Studie zum ersten Mal zwischen Mediennutzung, sozialer Kommunikation und sonstiger Internet-Nutzung. Darüber hinaus wurde nach Sehen, Hören und Lesen von Inhalten differenziert.

Die wichtigsten Ergebnisse der diesjährigen Studie möchte ich im Folgenden zusammenfassen.

Neun von zehn Deutschen sind online

Der Studie  zufolge sind  62,4 Millionen Menschen der deutschsprachigen Bevölkerung  online. Erfasst wird die Bevölkerung ab 14 Jahren. Das entspricht einem Anteil von 89,8 Prozent. Man kann also sagen, dass neun von zehn Deutschen das Internet nutzen. Der Zuwachs zum Vorjahr beträgt sechs Prozentpunkte. Das entspricht einer Anzahl von +4,4 Millionen Usern. Täglich sind rund 72 Prozent, also rund 50,2 Millionen Menschen online.

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am häufigsten kommen mobile Endgeräte zur Internetnutzung zum Einsatz

150 Minuten Internet am Tag

Laut der Studie sind wir durchschnittlich circa 150 Minuten online. Das entspricht knapp 2,5 Stunden. Davon wenden wir rund 45 Minuten für die Mediennutzung auf (bei den 14 bis 29 jährigen mehr!). Eine weitere Stunde wird für die Individualkommunikation, sprich WhatsApp und Co. aufgebracht. Die restliche Zeit verbleibt für die sonstige Internetnutzung. Zum Beispiel für Onlineshopping und Ähnliches.

Video-Streaming stagniert

Im Zuge der Aufschlüsselung konnte eine Steigerung der Audio-Nutzung um 13 (!) Prozentpunkte auf 46 Prozent festgestellt werden. Davon wiederum werden 19 Prozent für Streaming-Dienste aufgewendet. Das entspricht einer Steigerung um neun Prozent in einem Jahr!

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Audiostreaming wird immer beliebter

Die Reichweite für das Online-Bewegtbild bleibt hingegen auf gleichem Niveau zum Vorjahr. Video-Streaming-Dienste wie Netflix und YouTube scheinen demnach in ihrer Verbreitung ausgereizt zu sein. Das Musikstreaming, sei es in Form von Spotify und Apple Music, aber auch als Radio-Apps ist der große Gewinner in der Gunst der Internetnutzer.

7 Kommentare zu „Audiostreaming auf dem Vormarsch- ARD und ZDF präsentieren Online-Studie 2017

  1. Dann ist mir diese Info doch tatsächlich durchgerutscht. Ich denke es macht Sinn diesen Markt weiter im Auge zu behalten. Sollte es in Deutschland irgendwann mal vernünftige Datenvolumen geben, (bzw. Angebote aller Tcom Stream on auch für Video Apps) wird dieser Markt genauso boomen.

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  2. Diese Kritik am öffentlich-rechtlichen system muss ich an dieser Stelle zurückweisen. Sind defacto die einzigen, die Sceen-übergreifende Studien herausbringen, die methodisch wasserdicht sind und nicht irgendwelche Marketing-Ziele verfolgen. Die von mir genannte Info steckt übrigens in genau der besagten ARD/ZDF Online Studie.
    Hier findet man die Kern-Ergebnisse: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/files/2017/Artikel/Kern-Ergebnisse_ARDZDF-Onlinestudie_2017.pdf

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  3. Hallo Dirk. Wieder einmal ein wirklich guter Beitrag. Dein Blog entwickelt sich wirklich zu einer kurzweiligen Informationsplattform – nicht nur für Fachleute (räusper), sondern für Menschen, die sich grundsätzlich für Kommunikation und Kommunikationswerkzeuge interessieren. Mach bitte weiter so!

    Zum Thema der Online-Studie unserer öffentlich-rechtlichen Schnarchnasen möchte ich Christian beipflichten. Eine objektive Beurteilung habe ich an dieser Stelle aber von ARD und ZDF tatsächlich nicht erwartet. Wir sprechen immerhin von knapp 90% Internet-Usern, die Contents zu jeder Tages- und Nachtzeit abrufen wollen. Die Möglichkeit Inhalte unabhängig von Blockbuster-Zeiten abrufen zu können, wird meiner Meinung nach immer mehr an Relevanz gewinnen.

    Viele Grüße
    Marc

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  4. Lustig, die Studie hatte ich gestern auch in der Hand. Deine Interpretation zum Video Streaming stimmt aber nicht ganz. Insgesamt stagniert die Nutzung von online Video, das ist richtig. Die streaming Plattformen (wie Netflix) hingegen konnten ihre Reichweite binnen eines Jahres nahezu verdoppeln. 2016 haben noch 12% der Befragten angegeben mindestens wöchentlich einen solchen Dienst zu nutzen, 2017 waren es dann schon 23%.

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