Tippst du noch… ?

So ähnlich lautet die Überschrift eines Online-Artikels von Eric Berman für das Wall Street Journal vom 07. August dieses Jahres. ( Zum Artikel geht es hier: https://goo.gl/nsmZkk ) Bergman prognostiziert darin, dass sich die nächsten Milliarden Internetnutzer auf Sprache und Video verlassen werden.

Kennt Ihr dieses Bild?

Meist junge Menschen gehen oder stehen in der Öffentlichkeit und halten sich auf merkwürdige Art und Weise das Smartphone ans Ohr (siehe Abbildung). Habt ihr euch schon mal gefragt, warum sie das machen? Die Antwort ist simpler als vermutet. Sie kommunizieren! Genauer gesagt: Sie hören Sprachnachrichten.

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ein nicht seltenes Bild in der Fußgängerzone

 

Während ich meine WhatsApp Nachrichten meistens tippe, wird hier die Kommunikation per Sprache geführt. Häufig sogar in Gruppenchats. Es entstehen Gespräche, die einem Telefonat ähnlich sind. Der Vorteil ist, dass die Chatpartner Zeit haben, sich ihre Antworten zu überlegen. Auch zeitversetzte Gespräche sind möglich.

Um zu vermeiden, dass die Öffentlichkeit mithört, wird der Lautsprecher des Smartphones ziemlich leise gestellt und direkt ans Ohr gehalten. So entsteht dieses ungewöhnliche Bild.

Es gibt weitere Möglichkeiten der digitalen Sprach-Kommunikation

Genauso beliebt ist die Kommunikation per Apple FaceTime, Skype, Google Duo oder ähnliche Videotelefonie-Apps. Was früher noch Fiction war, gehört heute zum Alltag. Durch die Integration von Selfie-Kameras in nahezu jedes Smartphone, Tablet oder Laptop ist es uns überall möglich, per Video zu kommunizieren; sei es am Flughafen, in einem gemütlichen Straßencafé oder während einer Zugfahrt.

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Google Duo in Aktion

 

Lediglich die oft stark limitierten Daten-Volumen der Mobilfunk-Anbieter und die zu lauten Umgebungsgeräusche führen dazu, dass dieses Nutzungsverhalten nicht öfter in der Öffentlichkeit zu sehen ist.

Auch zuhause geht das Tippen immer mehr zurück. Um die Kommunikation der Zukunft noch besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die vier wertvollsten Unternehmen der Welt.

Sprach-Assistenten erobern den Markt

Die vier wertvollsten Unternehmen der Welt waren in diesem Jahr zum ersten Mal nur Tech-Unternehmen (Quelle:https://goo.gl/nYcyq9) Sie platzieren in der Reihenfolge:

Apple

Alphabeth (Google)

Microsoft

Amazon

Neben der Tatsache, dass es Tech-Unternehmen sind, haben die vier noch etwas gemeinsam: Sie bieten Sprach-Assistenten. Apple hat seit geraumer Zeit Siri auf dem iPhone und dem iPad. Die Pendants von Alphabeth und Microsoft sind der Google Assistent und Cortana. Auch Amazon ist seit einiger Zeit mit Alexa im Geschäft.

Diese Sprach-Assistenten sind inzwischen auch auf  Heim-Stationen erhältlich. So hat Google seine Home-Reihe auf dem Markt gebracht. Apple hat den HomePod fürs kommende Jahr angekündigt. Amazon bietet mit Echo ebenfalls eine ganze Serie an Geräten. Zudem ist Alexa inzwischen auf einigen anderen smarten Lautsprechern wie der Boom-Serie von Ultimate Ears erhältlich. Und ganz aktuell hat auch die Telekom angekündigt, im nächsten Jahr einen eigenen Sprachassistenten heraus bringen zu wollen.

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UE Boom 2 (mit Alexa)

 

 

Wie funktioniert ein Sprachassistent im Home-Bereich?

Nun stellt sich die Frage, wozu ein Sprachassistent benötigt wird? Die mehr oder weniger kleinen Lautsprecher werden zuhause mit dem WLAN verbunden. Durch ihre integrierten Mikrofone sind sie in der Lage, Sprachbefehle zu verstehen und Prozesse auszuführen. So kann man den Assistenten beispielsweise bitten, bestimmte Musikstücke aus dem Internet abzuspielen oder ein Produkt zu bestellen.

Sind weitere smart-home Geräte ins WLAN eingebunden, kann man diese ebenfalls steuern. Ein gut ausgestattetes zuhause lässt sich so komplett über Sprachbefehle steuern. „Dimme das Licht!“, „Verschließe die Tür!“ oder „Stelle die Heizung ab!“, sind nur eine kleine Auswahl an Befehlen, die möglich sind.

Neue Situation durch Sprachkommunikation

Am Beispiel der Sprachassistenten wird deutlich, wie wichtig der Industrie die digitale Kommunikation per Sprache mit Menschen und Maschinen heute schon ist. Momentan werden diese Produkte in erster Linie durch Early Adopter verwendet. Doch können sie in naher Zukunft schon das nächste große Ding sein. Die Entwicklungen in diesem Bereich stehen erst am Anfang. Künstliche Intelligenz und die Verbesserung der Sprachassistenten führen dazu, dass die Kommunikation per Tastatur bald der Vergangenheit angehört.

Aber damit entstehen auch neue Probleme. Wie kommunizieren wir in der Öffentlichkeit? Und wie kommunizieren Menschen mit Hörminderung? Die Lösung hierfür sind Hör-Gadgets. Smarte Kopfhörer oder Hörgeräte, die es uns ermöglichen, auch in akustisch schwierigen Situationen zu kommunizieren. Am besten mit der Möglichkeit, selbst Einfluss auf die Lautstärke der Außengeräusche zu nehmen.

Leider wird durch diese Hör-Gadgets das lustige Bild der Smartphone-User aus unserem Alltag verschwinden. Dafür ermöglichen uns Hör-Gadgets auch in Zukunft, immer und überall nach unseren Vorlieben zu kommunizieren.

2 Kommentare zu „Tippst du noch… ?

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